Auch DU kannst Meditation lernen!

Es gibt eine Erzählung, die sehr viel über das Wesen der Meditation aussagt: Ein Zen-Schüler fragte seinen Meister, wie er denn meditieren solle. Der Meister überlegte lange und sagte schließlich: „Wenn du einen Gedanken zu Ende gedacht hast und der nächste noch nicht begonnen hat, gibt es da nicht eine ganz kleine Lücke?“ „ja“, erwiderte der Schüler. „Dann geh und verlängere sie“, entgegnete der Meister, „das ist Meditation.“

Das Wesen der Meditation

Die kleine Geschichte weist auf das Wesen der Meditation hin: Einfach SEIN, ohne Absicht einfach innehalten, bewertungslos Abstand gewinnen. Das liest sich nun ganz nett, aber wie geht man es ganz konkret an – wie meditiert man richtig? Ich möchte euch dazu 3 Übungen ans Herz legen, mit denen der Einstieg leichter fällt:

Atemübung

Die Atemmeditation ist die Grundlage vieler weiterer Techniken und ganz einfach durchzuführen: Begib dich in deine bevorzugte Meditationshaltung und schließe die Augen. Konzentriere dich einfach auf das Atmen. Nimm einfach nur wahr, was gerade da ist. Spüre dem Atem nach, wie er in deinen Körper strömt, folge ihm auf seinem Weg in deinen Körper hinein und wieder hinaus. Konzentriere dich nur auf deinen Atem und schiebe andere Gedanken einfach beiseite.

Visualisierung

Benutze deine Vorstellungskraft: Begib dich in deine Meditationshaltung und schließe die Augen. Stelle dir dann einen Ort vor, an dem du dich so richtig wohl fühlst und an dem du Kraft tanken kannst. Ob du den Ort schon einmal gesehen hast oder ihn dir gerade ausdenkst, ist unerheblich. Stelle dir vor, wie du dich an diesem Ort aufhältst und Kraft tankst. Versuche, möglichst viele Details wahrzunehmen. Konzentriere dich ganz auf deinen Ort, solange die Übung dauert. An diesen Ort  kannst du in der Meditation immer wieder zurückkehren, um Kraft zu tanken.

Affirmationen

Affirmationen sind in vielen Bereichen (etwa in der prozessorientierten Körperarbeit) sehr wertvolle Werkzeuge – so auch in der Meditation: Worte oder kurze Sätze, die du dir selbst vorsagst, zum Beispiel: „Ich bin ruhig und ausgeglichen.“ oder „Ich bin froh über alles, was ich habe.“ Denk dir am Vorfeld eigene Affirmationen aus, die du dann während deiner Meditation benutzt. Verwende kurze, klare und positiv formulierte Sätze.

Viel Erfolg beim Ausprobieren! Du wirst sehen: jede Übung bringt dich vorwärts und hilft dir, ein kleines Stückchen mehr zur Ruhe zu kommen.