Mut zu Selbstliebe

 Wie wir unsere eigenen Bedürfnisse am Besten wahrnehmen, muss jeder für sich selbst herausfinden. Allerdings wird der Grundstein dazu schon in unserer Kindheit gelegt – man darf nicht vergessen, sich selbst zu lieben und auf sich zu achten.

Selbstliebe ist für mich ein Zustand, in dem inneres Gleichgewicht herrscht. Ich spüre was ich möchte, handle danach und kann mich anschließend über positive Ergebnisse freuen.

Wir sind in einem Zeitalter aufgewachsen, in dem wir gelernt haben, unser Umfeld genauer zu betrachten; die Bedürfnisse anderer Menschen sollen wir als Priorität sehen, wir beschäftigen uns automatisch damit, was Andere über uns denken. Die Gedanken was Andere sagen, glauben oder fühlen lassen uns völlig vergessen, was wir selber spüren.

Wenn wir Liebe verspüren, ist die Beziehung zu uns selbst und auch zu Anderen voller Ruhe. Wir akzeptieren die Welt wie sie ist und machen keinen Versuch etwas zu verändern.

Bedürfnisse von Kindern

Kinder haben neben Nahrung und Schlaf vier essenzielle Grundbedürfnisse:

1)Zuneigung oder elterliche Fürsorge(von 0-2 Jahren)

Wenn ein Säugling in den Brutkasten kommt und somit von seinen Eltern eine Zeitlang getrennt verbringt, braucht der Mensch auch als 20 Jähriger noch intensivere Berührungen und mehr Aufmerksamkeit.

2) Sicherheit (von 2-4 Jahren)

Wenn Kinder zu gehen beginnen, wollen sie, dass die Eltern zuschauen und ihnen auch bei Bedarf eine Hand reichen.

3) Bestätigung (von 4-6 Jahren)

Das Kind macht etwas und will dann ein Lob, Anerkennung, ein Bravo hören.

4) Unabhängigkeit (von 6-7 Jahren)

Das Kind fängt an zu experimentieren. Entdeckt, dass es auch andere Menschen außer den Eltern gibt.

Wenn das Kind eine sehr besitzergreifende Mutter hat, wird es sich als Erwachsener schwer tun eigene Entscheidungen zu treffen bzw. eine eigene Meinung zu haben.

Wenn diese 4 Bedürfnisse nicht erfüllt werden, entsteht ein Mangel. Negative Gedanken entstehen aus Mangel und rauben uns Energie.

Wenn wir erkennen, was uns als Kind gefehlt hat, ohne unsere Eltern zu verurteilen, können wir wieder im Kontakt mit unserer inneren Kraft stehen. Wenn ich im Einklang mit mir bin kann ich auch im Einklang mit anderen Menschen sein.

(Ein Beispiel: Dem Kind fehlte Anerkennung und daraus entwickelt es ein Helfersyndrom. Es ist ein Retter, es spürt nicht ob es müde oder hungrig ist, es will einfach nur Anerkennung spüren, weil es diese als Kind nicht bekommen hat. So entstehen destruktive Gedanken: Die betroffenen Personen denken sich, dass sie nichts können, nichts schaffen und nur versagen. Die Gedanken werden zur Realität, wenn sie nicht gestoppt werden.

Oder: Wenn ich spüre, dass ich durstig bin, aber gerade im Auto sitze und kein Wasser habe, verdränge ich mein Bedürfnis. Wenn ich solche Bedürfnisse öfter missachte, wird mir mein Körper mit der Zeit keine Signale mehr senden.)

Die gute Nachricht: Wir haben die Wahl, der Intelligenz unseres Körpers zu vertrauen und achtsam mit unseren Bedürfnissen umzugehen. Es ist nie zu spät, um damit zu beginnen.

Wir stellen uns Fragen wie: Was ist meine Haltung? Was brauche ich? Was tut mir gut? Will ich das machen oder nicht? Wenn wir uns diese Fragen beantworten und auch in die Tat umsetzen, entsteht Zufriedenheit und inneres Gleichgewicht.

Ab und zu darf unser Gleichgewicht abhandenkommen, wichtig ist es jedoch die Bereitschaft zu spüren, es wieder herstellen zu wollen.

Wollt ihr es versuchen? Wenn Ja – wann fangt ihr damit an? Verschiebt nichts auf morgen!

Ich wünsche euch, dass ihr JETZT damit beginnt. Neugierig und spielerisch – wie ein Kind, das alle Bedürfnisse erfüllt hat.