Warum ist Entspannung in Zeiten wie diesen so schwierig?

Eine mögliche Schlussfolgerung ist: Nur wenn ich etwas leiste, bin ich ein guter Mensch. Solche Menschen haben schon ganz viel erschaffen, sind jene Menschen, die ein Studium, zwei oder sogar drei haben und noch immer glauben etwas machen zu müssen um „gut zu werden“.

Haus, Auto, Arbeit oder Projekte können auch sein, vielleicht Reisen oder Bücher. Es ist schön und gut, ein Grundbedürfnis von uns Menschen ist die Entfaltung, wir wollen im Leben mehr oder weiter kommen. Wenn das Mehr im Leben Druck erzeugt, ist die Zeit reif kurz innen zu halten.

Vielleicht hat ein Elternteil, eine Lehrerin oder der Großvater so ein Credo gehabt, überprüfe für dich, ob du mit deiner Leistung zufrieden bist und Spaß dran hast. Wenn du das nächste Mal keine Zeit für Entschleunigung hast, frage dich für wen du Leistung erbringen möchtest?

Wenn du selbst wählst oder jemandem eine Freude machen möchtest ist es in Ordnung, wenn es automatisch passiert, hinterfrage deine Haltung. Effizienz entsteht immer in der Entschleunigung. In der Ruhe liegt die Kraft, das kommt nicht von ungefähr, die Leistung zu genießen ist genau so wichtig wie Fokus und die Handlung. So kann der Stress abgebaut werden, der im Tun entstanden ist und mit voller Energie kannst du dich deinem nächsten Projekt widmen.

Ich fühle mich für alle und alles verantwortlich.

Verantwortlichkeit ist groß geschrieben und wir alle wissen, wir können nur für uns verantwortlich sein. Menschen, die im Moment Kleinkinder zu Hause haben übernehmen natürlich auch für sie die Verantwortung. Wie oft passiert es, dass Mütter, Partner oder Arbeitskollegen als Kleinkinder betrachtet werden?

Die Augenhöhe kommt abhanden, es entsteht auch Respektlosigkeit, die erwachsene Person bekommt kein Vertrauen, dass sie alleine etwas schafft und es bleibt ganz wenig Zeit für die Entschleunigung.

Die Aufmerksamkeit von Außen darf wieder nach Innen kehren, das macht uns selbstbestimmt. Das kannst du bewusst wählen, wann du eine Verschnaufpause machst.

Ja, aber….

Kennst du das von dir? Wie oft im Alltag verwendest du das Wort aber? Überprüfe es für dich und versuche es zu eliminieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Stress erzeugt , das zuvor Gesagte entkräftet oder dein Rasten hindert.

Einige Frauen können sich damit identifizieren: Ich will schwimmen gehen aber die Haushalt ist nicht erledigt, ich will den Vortrag halten, aber ich bin noch nicht gut genug vorbereitet….

Eine Hausaufgabe für dich – du machst sie, wenn du willst – es ist für dich um dir Zeit für Entschleunigung zu schaffen. Beobachte einmal in der Woche (es ist wichtig, nur einmal in der Woche, ansonsten bist du Beobachter des Lebens) wie oft sagt du „aber“ und in welchem Kontext?

Stärkt dein ABER deine Argumentation oder schwächt es dich?

Wenn du kein Aber verwendest, hinterfrage dein NUR oder JEDOCH. Wenn du Fragen hast, zögere nicht mich zu kontaktieren, ich bin auch offen und dankbar für dein Feedback. Was passiert in deinem Leben, in deiner Kommunikation in Beziehungen, wenn es kein ABER mehr gibt oder durch ein AUCH ersetzt wird?

Vielleicht entsteht ein Augenblick der Ruhe, Entschleunigung erfordert Training und reduziert Stress.

Ich kann dir versichern, es ist leicht darüber zu reden – im Tun stellen wir sehr oft fest, dass es viel Aufmerksamkeit, Beharrlichkeit, Humor und Konsequenz kostet bis wir uns eine neue Angewohnheit aneignen.