Einfach mal fallen lassen

„Life is what happens while you are busy making other plans.“ (John Lennon)

Bist auch du jemand, der am liebsten alles planen und vorhersehen würde? Wie gut gelingt es dir und vor allem, um welchen Preis?

Als Prozess- & Qualitätsmanagerin eines Großkonzerns ist Planung und Prognose mein täglicher Wegbegleiter. Auch privat floss lange Zeit das Blut eines Generalstabsoffiziers in meinen Adern. Der Urlaub war getaktet wie ein Staatsbesuch, und neue Wege wurden generell erst einmal bis aufs kleinste Detail analysiert ehe ich sie zögerlich beschritt.

Trügerische Sicherheit

Planung gab mir Sicherheit, doch um einen hohen Preis. Ich schuf mir ein Korsett aus To Do- & Checklisten, in dem kaum noch Platz zum Atmen war. Die Komfortzone einmal spontan verlassen, etwas riskieren und ver-rückte neue Wege gehen? Vor wenigen Jahren noch undenkbar für mich! Lieber wäre ich über glühend heiße Kohlen gelaufen als ohne Plan etwas zu unternehmen.

Planung gab mir Sicherheit, doch irgendwann fühlte sich das Ganze nur noch wie ein tonnenschwerer Ballast an. Ich wollte dieses einschnürende Korsett an To Do und Checklisten unbedingt loswerden und doch klammerte ich mich daran wie an ein Rettungsseil.

Was kann schon passieren?

Es gab einen absolut entscheidenden Schlüssel, der mich von dem Klammergriff meines Planungswahns immer mehr befreite. Statt routinemäßig zu planen oder mich bei nicht planbaren Schritten verrückt zu machen stelle ich mir die Frage „Was ist das Schlimmste das passieren kann?“.

Diese konkrete „Zauberfrage“ macht mir bewusst, dass die vermeintlich drohenden „Gefahren“, die wie graue Wolke über meinem Kopf hängen, bei weitem nicht so realistisch und zudem auch bei weitem nicht so schlimm sind als im ersten Moment gedacht. Ich erkannte, dass mein Fokus komplett unnötig auf potentiell Negativem liegt anstatt mir auszumalen, welch wundervolle neuen Erfahrungen und Perspektiven sich aus einem mutigen Schritt auf Neuland ergeben können.

Einfach mal darauf einlassen, einfach mal machen, einfach mal leben, einfach mal genießen – (auch) ohne Plan und ohne Ziel.

Gerade für Perfektionisten wie mich ist es unglaublich fordernd sich vom Planen zu lösen, Mut zur Lücke einzugehen und auch mal einen „Fehler“ zu riskieren. Aber wisst ihr was? Es gibt keine Fehler. „Fehler“ bedeutet lediglich, dass zu diesem Zeitpunkt noch etwas fehlte – Information oder Know How beispielsweise.

„Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen“ (James Joyce)

Wenn wir uns raus aus der Komfortzone rein in die Lernzone wagen, riskieren wir Überraschungen und „Fehler“, doch gerade aus diesen können wir jede Menge lernen und somit auch daran wachsen!