Floskel oder ehrliches Interesse

Eine Frage, die wir sehr oft stellen. Aber wie meinen wir das? Wann fragen wir unser Gegenüber nach seinem Empfinden – als Beginn eines Smalltalks, als Einstieg in ein belangloses Gespräch oder aber möchten wir wirklich eine klare Antwort auf unsere Frage?

Wahrscheinlich kommt es darauf an, wem wir diese Frage stellen. Ist es unsere Freundin/ unser Freund, wo wir spüren, dass etwas vielleicht nicht stimmt, oder ist es die Nachbarin, die wir nur ganz selten sehen und trotzdem nicht unhöflich sein wollen.

Halten wir eine ehrliche Antwort auf unsere Frage auch überhaupt aus? Sollten wir uns denn eigentlich nicht selber viel öfter diese Frage stellen?

Eine letzte Frage stell ich dir jetzt noch: wie geht es dir? Und ich meine es ernst!

Spür mal nach und dann gib dir selbst eine Antwort. Schaffst du es? Wie lange brauchst du dazu, wirklich, wirklich zu spüren, wie es dir geht?

Störfaktor Gefühl

Gefühle und Empfindungen sind in unserer heutigen, leistungsorientierten Zeit nicht en vogue.

Sie gelten als Zeichen der Schwäche, des nicht Weiterkommens und gehören den Verlierern. Ein Wutausbruch zum Beispiel ist sehr peinlich und sagt aus, dass du dich nicht unter Kontrolle hast bzw. dich nicht beherrschen kannst. Weinen ist sowieso verpönt, egal aus  welchem Grund.

Männer, die Gefühle zeigen sind Softies und das geht ja gar nicht. Oder kennst du einen Top Manager, der vor Freude weint oder offen über seine Versagensangst spricht?

Das gilt natürlich nicht nur für Männer. Und nicht nur für Menschen in führenden Positionen.

Vielleicht kennst du das, wenn eine Arbeitskollegin von deiner Chefin bzw. deinem Chef bevorzugt wird, Urlaub bekommt, obwohl du als erste danach gefragt hast und du ein klares und deutliches Nein als Antwort bekommen hast? Was machst du? Sprichst du es an? Traust du dich? Oder unterdrückst du deine Wut – der guten Stimmung im Team zuliebe?

Das Resultat können dann Panikattacken, Burn-out, Herzinfarkte, Allergien und psychische Erkrankungen sein. Ich weiß, ich lehne mich da jetzt weit aus dem Fenster, was die wissenschaftlichen Erklärungen dieser Krankheiten anbelangt.

Ich weiß, dass es keine offizielle Erklärung dafür gibt, dass das Unterdrücken von Gefühlen diese Krankheiten auslösen können.

Aber ich vermute es!

Seit fast 10 Jahren arbeite ich als Kinesiolgin mit Klienten und habe diese Zusammenhänge immer wieder gesehen!

Gefühle sind wie Wegweiser in unserem Leben.

Akzeptiere sie, beachte sie und tu sich nicht einfach so ab. Sie geben unserem Leben einen Sinn, auch die nicht so angenehmen Exemplare. Sie geben unserem Leben eine Tiefe, sie machen unser Leben erst so richtig lebenswert!

Die Kunst ist es, gut mit ihnen auszukommen und darin liegt das Geheimnis. Wenn du traurig bist, dann benenne es, mit der Gewissheit, dass du nicht die Traurigkeit bist. Dadurch schaffst du ein klein wenig Distanz und kannst sehr gut damit umgehen.

Lasse den Verstand ein wenig zur Seite treten, damit dein Herz bzw. dein Bauchgefühl wieder mehr zu sagen haben.

Warum?

Weil du dann genau richtig liegst.

Weil du dann die besseren Entscheidungen für dich treffen kannst.

Weil du dann weißt, wo es für dich lang geht.

Und hab Vertrauen, du kannst das.

Du hast es nur im Laufe der Zeit verlernt, deine Gefühle zu beachten.

Glaube mir, es ist leichter, als du denkst!